Griechenland

Hier findest du Informationen zum Thema Griechenland!

A

Abdera: Name von zwei antiken Städten; 1. Griechische Stadt in Thrakien, gegründet 656 v. Chr.; 2. Stadt der Phoiniker; Funde von Münzen; später römisches „municipium“.

Agiaden: eine der beiden spartanischen Königsfamilien; führten ihre Abstammung auf Herakles und seine Nachfahren Eurysthenes zurück; benannt nach dessen Nachkomme Agis I.; waren laut dem Bericht von Herodot das angesehenere der beiden Königshäuser; Bekannte Vertreter sind Kleomenes I., Leonidas I., Pleistoanax.

Alexander der Große: makedon. König und Eroberer; lebte von 356-323 v. Chr.; Sohn von Philippos II. und Olympias; berühmt durch seinen Feldzug gegen das persische Reich; erste Erfolge am Granikos und bei Issos; Gründung von Alexandrias in Ägypten; Besuch des Heiligtums des Zeus Ammon in der Oase Siwa, wo Alexander als Sohn des Gottes bestätigt wird; endgültiger Sieg über den persischen Großkönig Dareios III. bei Gaugamela 331 v. Chr.; Einzug in Babylon und Herrschaft Alexanders über das persische Reich; ab 327 v. Chr. Zug nach Indien; Sieg über König Poros; Umkehr des Heerzuges unter großen Verlusten; Tod Alexanders des Großen 323 v. Chr. in Babylon.

Alkmeoniden: eine der führenden Adelsfamilien in Attika im antiken Griechenland; Ahnherr ist Alkmeon (ein Urenkel des Helden Nestor); vor allem im 7. und 6. Jhdt. an der Innenpolitik in Athen beteiligt; der Alkmeionide Megakles ließ 636 (oder 632) v. Chr. die Anhänger von Kylon auf heiligem Boden töten und wurde dafür verbannt; Alkmeioniden wurden mit Blutschulde belastet, was noch über Jahre einzelne Familienmitglieder belastete.

Apollon: Gott des Lichtes (Sonne), der Wahrsagung, der Künste, aber auch des Todes; Zwillingsbruder der Göttin Artemis (Mond); Attribute sind Sonne, Leier, Pfeil und Bogen und Lorbeer; berühmtes Orakel des Gottes in Delphi; eine Vielzahl von Liebschaften, allerdings wiesen den Gott auch einige davon zurück z.B. Kassandra, Daphne; konnte mit seinem Bogen tödliche Pfeile abschicken (siehe Ilias); war ein begnadeter Leierspieler (Wettstreit mit Marsyas).

Aristophanes: griech. Komödiendichter; lebte von ca. 450-385 v. Chr.; stammte aus Athen; erste Aufführung eines seiner Stücke im Jahr 427 v. Chr.; ein Jahr später sein erstes politisches Stück „Die Babylonier“; ältestes erhaltene Stück ist „Die Archaner“ aus dem Jahr 425 v. Chr., gewann damit einen Preis; weitere Stücke sind „Die Ritter“, „Die Wespen“ oder „Die Vögel“.

Athene: Göttin der Weisheit und des Krieges sowie Schutzgottheit der Stadt Athen; Tochter von Zeus und Metis; wurde aus dem Kopf von Zeus geboren; die antiken Griechen dachten sich Athene als ewige Jungfrau; Darstellungen von Athene mit Helm und Schild; zu ihrem Bereich gehörten auch Tätigkeiten aus dem weiblichen Bereich wie Weben; half einer Vielzahl von Helden bei ihren Abenteuern wie Herakles, Odysseus oder Bellerophon.

C

Chimäre: mythologisches Ungeheuer; hat vorne den Kopf eines Löwe und den einer Ziege, statt einem Schwanz hatte sie eine Schlange; war eine Schwester von Kerberos; wurde von dem Helden Bellerophon getötet

D

Delphi: Stadt in Griechenland am Parnassgebirge; berühmt für das Orakel des Apollon; eine Priesterin (genannt Pythia) verkündete den Spruch des Gottes, welche dann von Priestern an die Fragenden weitergeleitet wurden; oftmals waren die Sprüche zweideutig; das Orakel von Delphi wurde häufig auch konsultiert, wenn es um bedeutende Projekte, wie z.B. Gründung einer Kolonie, Expansionsbestrebungen, handelte.

Diadochen: altgriech: „Nachfolger“; so wurden diejenigen Herrscher genannt, die das Reich Alexanders des Großen unter sich aufteilten und herrschten z.B. Ptolemaios I. in Ägypten; Antigonos I. in Griechenland; Seleukos I. in Mesopotamien; die Periode der Diadochen reicht vom Tod Alexanders des Großen bis zum Tod von Seleukos I. gerechnet, alle diese Herrscher gründeten Dynastien z.B. die Ptolemaier deren berühmteste Vertreterin Kleopatra VII. ist.

E

Ephoren: die fünf höchsten Beamten in Sparta; Amt war zeitlich befristet, aber jedem Spartiaten zugänglich; wachten über Recht und Ordnung; führten die Innen- und Außenpolitik und fungierten als Kontrollorgan der beiden Könige; wurden von der Versammlung aller wehrfähigen Spartiaten gewählt.

Eurypontiden: eine der beiden spartanischen Königsfamilien; führten ihre Abstammung auf Herakles und dessen Nachfahren Prokles; benannt nach dessen Nachkomme Eurypon oder Euryphon. Bekannte Vertreter sind Demaratos, Archidamos II., Agesilaos II.

H

Herakles (lat. Herkules): Halbgott aus der griechischen Mythologie; Sohn von Zeus und der Sterblichen Alkmene; berühmt für seine ungeheure Kraft; hilft bei der Schlacht des Götter gegen die Giganten; muss für König Eurystheus Aufgaben vollbringen, bekannt unter den „Taten des Herakles“ (u.a.Tötung des Nemeischen Löwen, Säuberung der Ställe des Augias, Gefangennahme des Unterwelthundes Kerberos,…); wird nach seinem Tod im Olymp aufgenommen und mit Hebe, der Göttin der ewigen Jugend vermählt; Stammvater zahlreicher Herrschergeschlechter.

I

Ilias: Heldenepos; wird dem Dichter Homer (lebte im 8. Jhdt v. Chr.) zugeschrieben; ca. 16000 Hexameter in 24 Gesängen; berichtet von den Ereignissen aus dem Trojanischen Krieg, aber nur vom Zorn des Achilleus bis zum Tode Hektors (51 Tage im 10. Jahr).

Isthmische Spiele: wurden in der Nähe des Isthmos (Meerenge) von Korinth veranstaltet; eines der vier panhellenischen Spiele; fanden zu Ehren von Poseidon statt; vorwiegend sportliche Wettkämpfe, später auch musische Bewerbe; Sieger erhielt einen Kranz aus Fichtenzweigen.

K

Kerberos: lat. Zerberus; 3-köpfiger Hund, bewacht in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt (Hades); musste von Herakles als letzte Aufgabe aus der Unterwelt geholt werden.

Knossos: minoische Stadt auf Kreta in der Nähe der Hauptstadt Iraklion; berühmt für seinen Palast (Fläche 2 ha); gesamte Siedlung hatte eine Ausdehnung von ca. 1 km²; Entstehung des Palastes um 2000 v. Chr. (mittelminoische Phase), wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut; Knossos war auch noch in römischer Zeit bewohnt; Sir Arthur Evans gilt als der berühmteste Ausgräber von Knossos; aber schon im 16. Jhdt. vermuteten Gelehrte aus Venedig die Lage von Knossos in der Nähe des Ortes Makritichos; erste kleine Ausgrabungen durch den Griechen Minos Kalokairinos; viele der Gebäude sind von Evans rekonstruiert worden, was ihm auch Kritik einbrachte.

Kroisos: letzter König von Lydien (Kleinasien); galt laut antiker Quellen als reichster Herrscher seiner Zeit, in der heutigen Bezeichnung „Krösus“ für einen sehr reichen Menschen, lebt der Reichtum des Kroisos immer noch; Ausdehnung des Reiches über Kleinasien bis zum Fluss Halys; befragte das Orakel von Delphi über seinen Plan gegen das Perserreich in den Krieg zu ziehen, bekam Antwort: „Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören.“; Kroisos tat es und wurde von den Persern vernichtend geschlagen, somit zerstörte er sein eigenes Reich (Eroberung der lydischen Hauptstadt Sardeis 547 v.Chr.).

Kyme: Name zweier antiker Städte; 1. Stadt an der Ostküste der griechischen Insel Euboia; 2. älteste griechische Kolonie in Italien laut dem Historiographen Strabon; wird auch Cumae genannt.

L

Leonidas I.: spartanischer König aus der Familie der Agiaden; regierte von 490-480 v. Chr.; wurde berühmt durch die Schlacht bei den Thermopylen; dort hielt ein kleines Heer bestehend aus Spartanern und anderen griechischen Krieger unter der Führung von Leonidas die persische Übermacht in Schach; wurde während der Schlacht getötet; Rezeption von Leonidas und der Schlacht bei den Thermopylen in Literatur und Film.

M

Mallia: minoischer Palast auf Kreta 40 km von Iraklion entfernt; entstand in der mittelminoischen Phase (2000-1750 v. Chr.); wurde nach dem Ende dieser Phase nicht wieder besiedelt; in der Anlage befinden sich auch Wohnhäuser und Grabanlagen; berühmtester Fund ist der Bienenanhänger.

Megara: griech. Polis auf der Landbrücke zwischen Mittelgriechenland und der peloponnesischen Halbinsel; Mutterstadt vieler griechischer Kolonien; Ende 7. Jhdt. v. Chr. Tyrannis des Theagenes; 461 v. Chr. Anschluss an Athen, wurde dann aber Mitglied im peloponnesischen Bund Spartas; Sperrung der attischen Märkte für Megara war einer der Anlässe für den Peloponnesischen Krieg.

Minos: sagenhafter König von Kreta; seine Gattin Pasiphae zeugte mit einem Stier den Minotauros (halb Stier, halb Mensch); hatte auch eine Tochter namens Ariadne, die später mit dem Helden Theseus floh; ließ das Labyrinth für den Sohn seiner Gattin bauen; unter König Minos soll Kreta das ägaische Meer beherrscht haben; machte im Mythos Athen tributpflichtig.

Musen: griechische Göttinnen der Künste; es gab neun von ihnen: Kalliope (Epik und Heldendichtung), Klio (Geschichtsschreibung), Melpomene (Tragödie), Euterpe (Flötenmusik), Erato (Gesang und Tanz), Terpsichore (Leierspiel), Urania (Astronomie), Thalia (Komödie) und Polyhymnia (Tanz und Pantomime); Töchter des Zeus und Mnemosyne.

N

Nemeaische Spiele: wurden in Nemea abgehalten; eines der vier panhellenischen Festspiele; wurden zu Ehren des Zeus gefeiert; hauptsächlich sportliche Wettkämpfe; laut den Quellen erhielt der Siegen einen Kranz aus Eppich, was entweder Efeu, Sellerie oder Petersilie sein könnte.

O

Olympos: Bergmassiv in Nordostgriechenland; besteht aus mehreren Gipfeln; galt in der Antike als Sitz der Götter; es gab 12 olympische Götter und Göttinnen.

P

Plutarch von Chaironeia: griech. Schriftsteller und Biograph; lebte von 45-ca 120 n. Chr.; Verfasser der berühmten Parallelbiographien bekannter Männer (es werden immer ein Grieche und ein Römer miteinander verglichen z.B. Alexander und Caesar) sowie einiger Kaiserbiographien; des Weiteren hat er das Werk „Moralia“ geschrieben; war als Priester in Delphi tätig.

Ptolemaios II: ptolem. (ägypt.) Herrscher; regierte von 283-246 v. Chr.; Sohn von Ptolemaios I. dem Gefährten von Alexander des Großen; Beiname „Philadelphos“; festigte das Ptolemaierreich nach außen gegen die Seleukiden; gründete den Herrscherkults; Förderer von Wissenschaft und Kultur; heiratete seine Schwester nach Tradition der Pharaonen.

Pythische Spiele: wurden in Delphi feiert; diese Spiele waren dem Gott Apollon geweiht, der die Pythonschlangen erschlagen hatte; eines der vier panhellenischen Festspiele; Sieger erhielt einen Lorbeerkranz; hier standen auch die musischen Wettkämpfe im Mittelpunkt; die sportlichen Wettkämpfe kamen später hinzu.

S

Sparta: antiker griechischer Stadtstaat auf der Peloponnes; Expansion ab dem 8. Jahrhundert v. Chr.; hatten Anteil an dem Sieg der griechischen Stadtstaaten über die Perser (Beginn 5. Jahrhundert v. Chr.) –> König Leonidas hielt mit seinen Spartanern und anderen Griechen die Perser bei den Thermopylen auf, Schlacht endete aber in einer Niederlage für die Griechen; besiegte seinen großen Kontrahenten Athen im Peloponnesischen Krieg; kurze Zeit der Vormachtstellung (404 – 371 v. Chr.); Niedergang von Sparta; ab 146 v. Chr. Teil der römischen Provinz Achaia

T

Thukydides: antiker Historiker aus Athen; lebte von ca. 455-400 v.Chr.; verfasste eine Geschichte über den Peloponnesischen Krieg bis zum Jahr 411/10 v. Chr.; dieses Werk wurde nahtlos von dem Historiker Xenophon fortgesetzt; Thukydides ist ein Vertreter der pragmatischen Geschichtsschreibung und er verfasst sie seinen eigenen Worten nach für politische Tätige und Staatsmänner, damit diese aus den begangenen Fehlern lernen können; berühmt ist sein „Methodenkapitel“.

Z

Zeus: oberster griechischer Gott; Herrscher des Himmels sowie über das Wetter, Hüter des Rechts, Schutzherr des Hauses; entscheidet im Kampf über Sieg oder Niederlage; verheiratet mit seiner Schwester Hera; gemeinsame Kinder: Ares, Hephaistos, Hebe; hatte aber Affären und Kinder mit anderen Göttinnen und sterblichen Frauen; sein Symbol war der Donnerkeil und sein Tier der Adler; seine wichtigsten Kultstätten waren in Olympia und Dodona (Orakel).

Zosimos: griech. Historiker der Spätantike; lebte um 500 n. Chr.; Verfasser einer römischen Geschichte in 5 Büchern; war anti-christlich eingestellt, dennoch eine bedeutende Quelle für die Spätantike.